Freitag, 06 März 2020 12:46

Hunger, fehlende Menschenrechte und ständiger Krieg

„Es ist krass, wie das Leben in anderen Teilen der Welt aussieht!“, erklärt Paul Zöllner, einer der Teilnehmer, nach dem Planspiel des h.e.l.p.-Projektes.

Das h.e.l.p.-Projekt gehört zur Kampagne Humanitäre Schule. Es soll die Schüler auf genau diese Missstände besonders in Krisenregionen aufmerksam machen und zeigen, dass es viel Geduld und Arbeitet braucht, für solche Probleme wirksame Lösungen zu finden.

Konfliktpunkt des Planspiels war deshalb die zur fiktiven Diktatur Malea gehörende Provinz Lufar in Afrika, welche ein großes Ölvorkommen besitzt. Malea unterdrückt die Provinz und verkauft ihr Öl an Bonin, einen weiteren fiktiven Staat, um den Gewinn komplett für sich zu nutzen. Lufar hingegen bekommt nichts. Aus diesem Grund setzen sich dort Rebellentruppen zur Wehr, die die Öltransporte verhindern, sowie sich gegen eine Unterdrückung und für eine Unabhängigkeit Lufars einsetzen. Malea stellt sich den Rebellen und will sie zerschlagen, aber sie bekommen Unterstützung vom ebenfalls fiktiven demokratischen Nachbarn Nongi. Ein Bürgerkrieg bahnt sich an.

Um diesen Krieg zu verhindern, fanden sich am vergangenen Dienstag 32 Schüler der Jahrgänge 10 und 11 in sieben Delegationen zusammen: Lufar, Malea, Nongi, Bonin und Deutschland sowie das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) als Vermittler und die Presse. Diese Delegationen hatten zur Aufgabe durch Verhandlungen mit jeweils anderen Parteien eine, die für sie vorteilhafteste, Lösung auszuhandeln.

Nach der Auftaktkonferenz um 9 Uhr, in der jede Partei ihren Standpunkt deutlich machte, begannen die Verhandlungen. Diese teilten sich in mehrere Runden auf und wurden immer wieder durch verschiedene Ereignisse wie plötzliche Eskalationen des Konflikts oder Presseberichte erschwert, sodass auch um 15:30 Uhr zur Abschlusskonferenz kein einiges Ergebnis feststand und noch kontrovers diskutiert werden musste. Schließlich stand dann um 16 Uhr fest:

Lufar werde zwar nicht unabhängig, aber profitiere mehr vom Öl. Zudem sollten wichtige Investitionen in das Land und Folgezahlungen an die Konfliktparteien getätigt werden. Ein Unabhängigkeitsvotum für Lufar stehe auch noch an.

„Das Ergebnis kann sich echt sehen lassen. Oft gibt es gar keins!“, so Robin Mc Cown, der neben Finn Jäger das Planspiel als Scout begleitet hat, und auch Frau Schulke, die Leiterin des Humanitären Projektes an unserer Schule, war durchaus beeindruckt.

Alles in allem also ein voller Erfolg, der durch eine soziale Aktion im näheren Umkreis von Bad Iburg in den nächsten Monaten noch ergänzt wird.

© Felix Knemeyer