Freitag, 31 Januar 2020 10:23

Welche Rolle kann, soll und darf KI in unserer Welt spielen?

Am Dienstag, den 28. Januar, gab es im PZ eine Veranstaltung zum Thema Künstliche Intelligenz (KI). Zu Gast war ein ausgewiesener Experte für dieses Thema, Michael Brendel vom Ludwig-Windhorst-Haus in Lingen, der als Buchautor und Blogger (http://spaehgypten.de/) auf vielfältige Weise die Rolle dieser neuartigen Technologie in unserem Leben hinterfragt. Angesprochen waren die Schülerinnen und Schülern der Klassen 11 und 12 und insbesondere die Teilnehmer des Seminarfachs „Digitalisierung im Alltag“.

In seinem lebendigen Vortrag erklärte Herr Brendel anschaulich, was unter „künstlicher Intelligenz“ zu verstehen ist und wo sie heute schon eingesetzt wird: z.B. bei der Bilderkennung in unserem Smartphone, der Kommunikation mit Geräten in unserem Haushalt, der Analyse von Krankheiten in der Medizin, und sogar bei der Kreation von neuen Werken in der Kunst und Musik). Auch wenn er die vielfältigen Chancen dieser revolutionären Technologie deutlich vor Augen führte, war es Brendel genauso wichtig, die Schülerinnen und Schüler für möglichen Missbrauch und Gefahren zu sensibilisieren. So wies er zum Beispiel darauf hin, dass die immer besser werdende Gesichtserkennung zum Verlust der Privatsphäre führen könnte – wie es in Teilen in der USA mit der App „Clear View“ schon geschieht, weshalb sogar Google sich scheue, diese Technologie auf den Markt zu bringen. Außerdem spekulierte er über die möglichen Auswirkungen der Entwicklung einer den Menschen überlegene Superintelligenz, die zum Wohle der Menschheit, aber auch zu ihrem Unheil eingesetzt werden könne.

Nach dem Vortrag, der offenbar keine Fragen offenließ, diskutierte Herr Brendel weitere 90 Minuten lang mit den Teilnehmenden des Seminarfachs „Digitalisierung im Alltag“ (s. Bild). Die Schülerinnen und Schüler nutzten die Gelegenheit, um aufbauend auf ihrem Wissen aus dem Unterricht visionäre Fragen zu stellen, zum Beispiel zur Rolle von KI in Religion und Klimaschutz, aber auch um sich die Risiken der Digitalisierung deutlich vor Augen zu führen, zum Beispiel im Hinblick auf den Einsatz von autonomen Waffen.