Freitag, 24 Juni 2022 17:15

Von Null auf Profisurfer

Sechs Tage in San Pepelone reichten aus, um aus einer Horde GBIlern beinahe Profisurfer zu machen. Aber lesen Sie selbst den Bericht von Kristina Riemer.

Nach einer sechsstündigen Zugfahrt sind wir am Sonntagnachmittag im Surfcamp San Pepelone am Salzhaff in Pepelow an der Ostsee angekommen, das uns schon in der ersten Sekunde mit seiner Größe und Gestaltung überwältigte. Die Mitarbeiter*innen erzählten uns zuerst lauter Geschichten von Jugendlichen, die die Regeln missachtet, den Neoprenanzug falsch angezogen hatten oder mit dem Surfbrett gefühlt einmal um die Welt fahren wollten. Sichergehend, dass wir uns auch ja benehmen, waren diese Geschichten sicherlich nicht nur zu unserer Belustigung gedacht.

Nach der Einweisung durften wir unser, wie wir es nannten, „kleines Dörfchen“ beziehen: 5 kleine Hütten und die sogenannte „Pipi-Casa“, an der man des öfteren am Morgen zum Zähneputzen ein paar verschlafene und geistig noch nicht ganz anwesende Gesichter erblicken konnte. Unsere Tage waren, wie es bei einer Sportfahrt sein sollte, vollgepackt mit Action und vielen sportlicher Aktivitäten, die uns abends müde ins Bett fallen ließen. Wir hatten jeden Tag Surfunterricht mit einem Theorieteil am Anfang. Unsere Boards und Segel holten wir uns meist erst selbst und gingen danach aufs Wasser, um das theoretisch Gelernte auszuprobieren. Unsere Surflehrer Reyk und Finn trainierten uns fast zu Profisurfern.

Wobei unser Start eine Herausforderung darstellte. Der starke Wind verzeihte keine Fehler und ließ uns das eine oder andere Mal ins Wasser fallen. Dennoch gingen wir motiviert und mit voller Tatkraft jeden Tag aufs Meer, unter anderem dank des vielfältigen und reichlichen Frühstücksbuffets, an dem wir uns zufrieden satt essen und stärken konnten. Die Mahlzeiten im San Pepelone hatten uns alle überzeugt, ob es nun das Ambiente und die blumenreiche Dekoration im Außenbereich war oder die vielen leckeren warmen Gerichte, die so zahlreich waren, dass man sie kaum alle probieren konnte.

Obwohl wir mit Surfen und Essen schon viel zu tun hatten, verbrachten wir die freie Zeit, die wir hatten, mit Lernen. Um unseren Surfschein überhaupt zu bestehen, mussten wir eine Theorieprüfung ablegen, vor der wir uns zu Beginn (teilweise) sehr fürchteten. So beschäftigten wir uns viele Stunden damit, den Aufbau und die Einzelteile des Boards und des Segels auswendig zu lernen, womit wir schon in der ersten Stunde unsere Surflehrer beeindrucken konnten. Zu unserem Glück bestanden wir die Theorieprüfung alle mit Bravour, was uns das Tor zur praktischen Prüfung öffnete. Es wurde viel geübt und sogar freiwillige Stunden am frühen Morgen genutzt, um sich genügend vorzubereiten und jede Minute auf dem Wasser auszukosten. Herr Baumelt und Herr Meijer standen uns dabei immer mit Rat und Tat zur Seite und waren bemüht uns alle Techniken schnell beizubringen, sodass wir in den wenigen Tagen sehr viele Erfolgserlebnisse hatten. So konnte letztendlich jeder die Wende auf dem Board schaffen und dabei das Gleichgewicht halten, ohne direkt runterzufallen.

In der praktischen Prüfung mussten wir zudem das Anluven und Abfallen präsentieren, was den Surflehrern zeigte, dass wir mit dem Segel lenken, und so doch auch irgendwie alleine auf dem Wasser klarkamen. Trotz unserer Nervosität, die praktische Prüfung nicht zu bestehen, schafften wir es doch alle, unseren Surfschein zu machen und konnten den Rest des letzten Tages in voller Entspannung genießen – natürlich mit genug Sonnencreme, damit sich keiner einen Sonnenbrand holte. Mückenstiche reichten uns als Souvenir von unserer ereignisreichen Fahrt, von der wir alle begeistert zurückkehrten. Wir können sagen, dass uns das Windsurfen wirklich viel Spaß gemacht hat und, da wir uns alle sehr gut verstanden, eine sehr schöne Zeit zusammen hatten.