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Eine Deutschlehrerin aus Russland am GBI

Elena Tkatschenko, Deutschlehrerin aus dem russischen  Jekaterinburg, besuchte im Rahmen eines Programmes des Pädagogischen Austauschdienstes (PAD) vom 7. – 27.11.2010 das Gymnasium Bad Iburg. In dieser Zeit hospitierte nicht nur, sondern, nahm an vielen schulischen Aktivitäten teil und stand allen Schülerinnen und Schülern zum Gespräch zur Verfügung. Nachstehend schildert Frau Tkatschenko, die während ihres Aufenthaltes bei Familie Wellmann in Bad Iburg wohnte, einige ihrer Eindrücke über ihren Aufenthalt.  

„Ich bin nicht zum ersten Mal in Deutschland und jedes Mal erfahre ich etwas Neues. Der jetzige Aufenthalt in Bad Iburg ist keine Ausnahme.

Dank des PAD (Pädagogischer Austauschdienst) und des GBIs hatte ich die Möglichkeit das Schulsystem in Niedersachsen kennen zu lernen.  Am ersten Tag hat man mich dem Kollegium vorgestellt. Sofort waren meine Ängste, dass ich etwas nicht verstehe oder keinen Kontakt finde, beseitigt. Freundliche, interessierte und hilfsbereite Lehrergesichter begrüßten mich.  

Weil alle Kolleginnen und Kollegen bereit waren, mich mit in ihren Unterricht zu nehmen, konnte ich  viele Stunden hospitieren: Deutsch, Mathematik, Englisch, Sport, Geschichte, Bio, Chemie, Französisch, Kunst. Ehrlich gesagt sind die deutschen Schüler genauso wie die russischen. Es gibt fleißige und faule, laute und stille, offenherzige und verschlossene. Sowohl die deutschen als auch die russischen Schüler lernen ihre Muttersprache, üben Grammatik, diskutieren, basteln, treiben Sport, setzen sich mit Mathe auseinander und veranstalten Klassenfahrten.                                                Im Laufe meines dreiwöchigen Aufenthaltes am GBI konnte ich an vielen außerunterrichtlichen Aktivitäten teilnehmen: Mit dem Oberstufenkunstkurs  des GBI  habe ich die Firma “Interlübke“ besucht und etwas über Möbeldesign kennen gelernt.  Mit den 5. Klassen und ihren Lehrern war ich in Tecklenburg, wo sie die Stadt untersucht und im Kletterwald geklettert haben. Interessant war für mich die Teilnahme an der schulinternen Lehrerfortbildung (SchiLf).

Was mir an den Deutschen imponiert? Sie interessieren sich für Sport. Es gibt viele Sportvereine.    Bis 22.00 Uhr brennt das Licht auf dem Fußballfeld und in der Turnhalle des GBI.

Am Wochenende und in der Freizeit war ich mit meiner Gastfamilie, den Wellmanns, beim Grünkohlfest, einem Frauenforum, bei der Ski- und Wassergymnastik, in Enschede/Holland und Osnabrück. Interessant waren der Spaziergang im  Wald und die Gespräche beim Abendessen. Schön beeindruckt war ich von der Reise nach Münster mit Frau Schleiermacher. Zu meinen positiven Ein-drücken gehören auch folgende: In allen Geschäften wurde ich höflich bedient, überall hat man mir alles geduldig erklärt.

Was mich wunderte? Die Schüler haben keine Uniform. Sie haben keine Noten in ihren Tagebüchern und können in den Stunden im Oberkleid sitzen. In der Grundschule, die ich an zwei Tagen besucht habe, können die Kinder die Lehrer duzen.

In meinem Bewusstsein sind die Deutschen pünktlich, ordentlich, rational und sparsam. Sie planen den Tag, markieren die Grenze und sind für die Umgebung zunächst reserviert und weniger spontan.

Aber jedes Mal in Deutschland erlebe ich, dass die Deutschen dazu freundlich, rücksichtsvoll und nett sind.“

 

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