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Quadropoly - ein Spiel zum Umgang mit quadratischen Funktionen

Monopoly kennt jeder – aber wer kennt schon Quadropoly? Seit der letzten Woche fast alle Schüler der Jahrgangsstufe 8. In einem mathematikdidaktischen Seminar der Universität Osnabrück haben angehende Lehrerinnen und Lehrer unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Kaune ein Lernspiel entwickelt, das am Ende der Einheit „Quadratische Funktionen und Gleichungen“ das Gelernte spielerisch festigt. 

Mit 32 Anwendungs- und 60 Theorieaufgaben überprüfen die Schülerinnen und Schüler ihr Können. Vor dem Bearbeiten einer Aufgabe konnten die Schülerinnen und Schüler zwischen einer leichteren oder einer schwierigeren Variante wählen, so dass sich jeder die für ihn passende Anforderung aussuchen konnte. Das richtige Lösen einer schwierigeren Aufgabenvariante brachte die Spielfigur allerdings schneller zum Ziel. Alle Aufgaben sowie der Spielplan (siehe Bild) wurden von den Studierenden entwickelt und illustriert. 

Am 17. und 21. Juni konnten nun die Studierenden im Unterricht der achten Klassen beobachten, wie ihr  Spiel zum Einsatz kam und die Schülerinnen und Schüler mit Eifer die Aufgaben lösten, wie z.B. die folgende:

Der Sprung eines Delphins verläuft parabelförmig. Die folgende Funktionsgleichung beschreibt einen möglichen Sprungverlauf eines Weißseitendelphins: .Dabei bezeichnet die Sprungweite in Metern. Berechne die Sprunghöhe eines Weißseitendelphins, dessen Sprung dem Funktionsgraphen von entspricht.

Lösungen wurden gemeinsam diskutiert, denn die Spielregeln verlangen, dass die Mitspieler die vorgeschlagene Antwort kontrollieren müssen. Erst dann, wenn keine Lösung gefunden werden sollte, oder wenn sich die Mitspieler nicht einigen können, darf auf einem Lösungsbogen nachgesehen werden. Dies war aber nur selten nötig. 

 

Die Schülerinnen und Schüler waren ernsthaft bei der Sache, wie auf dem Foto zu sehen ist. Sie gaben sich gegenseitig Hilfestellungen und freuten sich, wenn Antworten richtig waren. Die Stunden haben gezeigt, dass man mathematische Inhalte auch so aufbereiten kann, dass die Schülerinnen und Schüler lernen und gleichzeitig Spaß dabei haben können. Die Studierenden erlebten, dass sich ihr Einsatz gelohnt hat.

 

30 Jahre Zugang zu Innovationen für den Mathematikunterricht am GBI

Außerhalb von Schule ist es längst Standard: Eine innovative Firma verschafft sich Zugang zu den Zentren der wissenschaftlichen Entwicklung, um früher als die Konkurrenz für neue Anforderungen gerüstet zu sein. Für den Bereich „Schule“ ist eine solche Vorgehensweise ungewöhnlich, aber das GBI hat sie seit 30 Jahren kultiviert. Mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres 1982 wechselte zunächst die Lehrerin Christa Kaune vom GBI zum Promotionsstudium an die Universität Osnabrück. Im Gegenzug kam Mathilde Griep als Absolventin dieser Universität an das GBI und brachte erste Erkenntnisse neuerer mathematikdidaktischer Forschungs- und Entwicklungsarbeit mit an ihre neue Schule. Damit begann eine enge Zusammenarbeit zwischen der Mathematikdidaktik an der Universität Osnabrück und der Fachschaft Mathematik am GBI. 

Im Laufe der folgenden 30 Jahre hatte das GBI immer vor anderen Schulen Zugriff auf neue Entwicklungen, war im Gegenzug aber auch an deren Verbesserungen beteiligt. Ganze Generationen von Schülerinnen und Schülern konnten so von dieser Zusammenarbeit profitieren. Bei Besuchen oder in Briefen drückten sie als Studierende aus, worin sie den Vorsprung vor vielen Kommilitonen sahen. Natürlich brachte eine solche Vorreiterrolle auch Unruhe. Am GBI gibt es schon lange eine andere Unterrichtskultur im Fach Mathematik, lange bevor die Notwendigkeit dazu als Ergebnis der internationalen Vergleichsstudien TIMSS und PISA öffentlich kommuniziert wurde. Das Max-Planck-Institut stellte schon im Jahr 2000 als Ergebnis einer Vergleichsuntersuchung fest, dass am GBI ein anspruchsvoller gymnasialer Mathematikunterricht erteilt wird, der die Schüler zu deutlich besseren Leistungen als in der Vergleichsgruppe befähigt und dass die Schüler am GBI mit leistungsfähigen geistigen Werkzeugen ausgestattet werden, so dass sie schwierige Anwendungsaufgaben besser bewältigen als die Schüler der Vergleichsgruppe.

 

Immer wieder gab es Besucher im Mathematikunterricht, die sich einen solchen innovativen Unterricht ansehen wollten, z.B. der ehemalige Kultusminister Prof. Wernstedt, der Leiter eines Lehrerfortbildungsinstituts aus Shanghai, viele Mathematikdidaktiker aus dem europäischen Ausland, aber auch Ministerialbeamte aus verschiedenen deutschen Kultusministerien.

Die jüngsten Ergebnisse dieser Zusammenarbeit in der Entwicklung von innovativen Konzepten für den Mathematikunterricht werden gerade in den Klassen 6 und 7 eingesetzt: Der international als schwierig geltende Umgang mit negativen Zahlen und das Rechnen mit abstrakten Formeln wird für Lernende nach einem durchgehenden Konzept mit neuen Aufgabenformaten verstehbar gemacht. Es schlägt sich nieder in entsprechenden Arbeitsbüchern für Schülerinnen und Schüler. 

Lesen Sie dazu auch den Bericht der Pressestelle der Universität Osnabrück: 

 

http://www2.uni-osnabrueck.de/pressestelle/mitteilungen/Detail.cfm?schluessel_nummer=045&schluessel_jahr=2012&RequestTimeout=50

 

Einen ausführlichen Bericht finden Sie  auch im nächsten GBI-Jahresbericht.

 

Mathilde Griep

 

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