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Große Bibliotheks-Eröffnungsfeier am 6.7.2007

Nach eineinhalbjähriger Planungs- und Umbauphase war es am 6.7.2007 soweit:
Mit einem Festakt wurde die neue Schulbibliothek eingeweiht. Diesem waren zwei
Projekttage vorausgegangen, in denen sich die Schüler in etwa 40 Projektgruppen
mit dem Thema "Buch" beschäftigten.

Höhepunkt der Feierstunde war die symbolische "Schlüsselübergabe" vom Architekten,
Herrn Ohnesorge an den Schulleiter, Herrn Dr. Pöling. In diesem Fall handelte es sich
passenderweise um das Buch mit dem Titel "Der Schlüssel".

Rede des Elternvertreters Herrn Hagemeier zur Eröffnung der Bibliothek

Ja, liebe Freunde des guten Buches,

vor etwa 18 Monaten ahnten wir noch nicht, dass

das Schwerste an einer Idee nicht ist, sie zu haben,

sondernsie umzusetzen.

Der aktive Teil der Eltern überlegte, was sie dazu

beitragen könnten, um diese Schule zu einem

besseren Ort zu machen.

Was glauben Sie, brauchten wir, um eine in
die Jahre gekommene Bibliothek zu einem neuen
Outfit zu verhelfen?

Richtig, als allererstes benötigten wir Visionäre.
Menschen mit Ideen und ein wenig Weitblick.

Menschen die bei Gegenwind nicht lockerlassen, wenn sie der Ehrgeiz erst einmal gepackt hat. Menschen, die man rechtzeitig wieder einfangen muss, bevor sie jeden Raum

dieser Schule umgestaltet hätten.

Aber - wo - findet - man - solche - Exponate?

Sie werden sagen:

80 Lehrer mit Abitur, 1100 Schüler die eines machen wollen und 2200 Eltern

mit vielleicht abgeschlossenem Studium.

Wo ist das Problem ?
 

Und sie haben natürlich Recht.

Diese Übermenschen waren unter uns.

Sie warteten nur darauf in`s Rampenlicht gerufen zu werden, damit man ihnen zujubeln möge.

Gleichwohl gaben sie sich nicht leicht zu erkennen.

Okay, der erste grundlegende Schritt war getan.

Visionäre betraten die Bühne.

Jetzt brauchten wir -

 Geld.

 

Wieder werden sie sagen:

80 Lehrer mit Abitur, 1100 Schüler die eines machen wollen und 2200 Eltern

mit vielleicht abgeschlossenem Studium.

Wo ist das Problem ?

Und sie vermuten es schon. Jetzt war es ein Problem.

Für die Bildung ihrer Zöglinge ist den Eltern nichts zu teuer.

Wenn da nicht die Lebenshaltungskosten, der Urlaub, das Auto,

die Restaurantbesuche, die Zigaretten und die Handyrechnung wären.

Da wird es für den Nachwuchs schon `mal eng.

Und doch keimte Hoffnung auf.

Die Visionäre brachten den Begriff Sponsoring  in`s Spiel.
 

„  Sponsoring  -   "          Wir waren gerettet.
 

Nun konnten wir uns auf die Suche nach Praktikern machen,

die das eingesammelte Geld endlich ausgeben sollten.

Nach unendlichen Arbeitskreissitzungen, am Ende der Kondition angelangt,

schwer atmend und doch zitternd vor Freude,

stand dem harten Kern der Bibliothekskommission noch eine letzte schwere

Prüfung bevor.

Niemand wagte es, die alles entscheidende und doch unausweichliche Frage
zu stellen:

Gibt es unter 80 Lehrern mit Abitur, 1100 Schülern die eines machen wollen

und 2200 Eltern mit vielleicht abgeschlossenem Studium                      Praktiker  ?

Praktiker !!!            Wo ist das Problem ? , sagten wir uns.

Unsere Stunde war gekommen.

Die jetzt noch anstehenden Arbeiten machten wir halt selbst.
 

Macher wie wir, beruflich engagiert und mit knapper Freizeit gesegnet,
dem Ehrenamt in`s Auge sehend, verlegten Teppichboden am Wochenende

mit Familien- und Hausmeisterhilfe und malerten im romantischen Schein

einer Taschenlampe, wenn es sein musste, sogar nachts.

Ich komme nun zu der wichtigsten Gruppe.

Die Gruppe der Kritiker, Miesmacher und Diskutierer.

Allerdings, auch sie werden gebraucht.

Allein ihre Anwesenheit verleiht Visionären, Sponsoren und Praktikern

die Kraft und Energie, die benötigt wird, um ein Vorhaben dieser Größenordnung auf privater Ebene zum Erfolg zu verhelfen.

 

Liebe Gäste,

Wir sind mächtig stolz auf das, was wir geschaffen haben und danken allen,

die an dieser großartigen Idee mitgeholfen haben.

Aktivität produziert Fehler, aber - nicht - so grosse wie Passivität.
 

Denn wir sind nicht am Ziel, sondern am Start.

In diesem Sinne wäre Nachahmung für uns das schönste Kompliment.

Wir freuen uns schon                             -auf das nächste Projekt.

Danke für`s Zuhören.

 

 

Norbert Hagemeier

 

 

  • Elternumbau

Rede des Vorsitzenden des Fördervereins, Herrn Rau zur Eröffnung der Bibliothek

Liebe Schülerinnen und Schüler,

lieber Herr Dr. Pöling, liebes Lehrerkollegium,

liebe Eltern,

liebe Spender,

sehr geehrte Damen und Herren!

 

Heute feiern wir den erfolgreichen Abschluss des nach dem Neubau von 1972 mit Abstand größten Umgestaltungsprojektes in der Geschichte des Gymnasiums Bad Iburg. Ich freue mich, dass zur Einweihung der neuen Schulbibliothek so viele potenzielle Bücherwürmer gekommen sind. Ich bedanke mich für die tatkräftige und großzügige Mitarbeit bei allen Helfern, Spendern und Unterstützern sowie Handwerkern und dem Büro „ohnesorge architekten“.

 

Schulbibliotheken werden laut Wikipedia von bibliothekarischer Seite als Spezialbibliotheken verstanden. Sie haben nach dieser Vorstellung die Aufgabe, Schülerinnen und Schülern den Umgang mit Bibliotheken beizubringen und für das schulische Lernen notwendige Materialien zur Verfügung zu stellen. Teilweise wird die Bibliothek auch als zensurenfreier Lernraum verstanden, der ein außerschulisches Lernen möglich machen soll.

 

Von Lehrerinnen und Lehrern werden (ebenfalls laut Wikipedia) Schulbibliotheken oft nur als reine Ausleihbücherei für Belletristik verstanden, die also keinen wesentlichen Bezug zum Unterricht haben – zunehmend aber als pädagogische Einrichtung, die ihren Ort im Unterricht hat, vergleichbar etwa mit einem Fachraum oder einer Lernwerkstatt. Hier können selbstständiges Lernen, Lernen mit neuen Medien, Methodentraining und Leseförderung stattfinden. Hier werden Arbeitstechniken geübt, die die Informations- und die Recherchekompetenz der Schülerinnen und Schüler fördern.



 

„Reine Ausleihbücherei für Belletristik“ – das klingt in meinen Ohren abwertend, und zwar völlig zu Unrecht. Natürlich muss die Schulbücherei ihre rein lehrgebundenen Zwecke erfüllen. Aber gerade das Lesen von Belletristik kann Schülerinnen und Schülern den Zugang auch zu klassischer und fachspezifischer Literatur erleichtern, wenn nicht erst ermöglichen! Viele Kinder haben heutzutage zu Hause kaum Zugang zu Büchern und werden nicht zum Lesen ermuntert. Die Konkurrenz der anderen, vermeintlich moderneren Medien ist enorm. Es ist also außerordentlich wichtig, einen Anreiz zum Lesen zu schaffen – und der kann eben auch „Harry Potter“ in der Schulbibliothek sein.

 

Im Gegensatz zu anderen Ländern existiert in Deutschland kein einheitliches Schulbibliothekssystem. Zwar besitzen die allermeisten Schulen eine Bücherei, diese genügt aber in höchstens 10 % der Fälle den Ansprüchen an eine moderne, multimediale, pädagogisch orientierte Bibliothek mit Schülerarbeitsplätzen, Leseecken, Computern und digitalem Katalog. Seit im Jahr 2000 die Fachzeitschrift „schulbibliothek aktuell“ ihr Erscheinen einstellen musste, ist die bundesweite Kommunikation auf das Portal „schulmediothek.de“ und dessen Mailingliste beschränkt.

 

Das Gymnasium Bad Iburg gehört also jetzt zu diesen privilegierten 10 % der Schulen. Die Basis dafür haben die am Projekt beteiligten Organisatoren, Spender und Ausführenden mit der Neugestaltung geschaffen. Jetzt kommt es darauf an, die Bibliothek in das schulische Leben zu integrieren, sie zu einem lebendigen Ort zu machen, der von den Schülerinnen und Schülern, aber auch von den Lehrerinnen und Lehrern gern genutzt und so auch zu einem Treffpunkt wird. Ich freue mich darauf, diese Entwicklung zu beobachten.

 

Schließen möchte ich mit meiner ganz persönlichen Interpretation des Wortes Lesen:

 

L    wie Leseratte

 

Das war ich ganz bestimmt nicht von Anfang an… Meine Liebe zum Lesen ist über die Jahre immer mehr gewachsen. Ich erinnere mich lebhaft an durchlesene Nächte (Simmel lässt grüßen), an die unbeliebten Pflichtlektüren in der Schule (wie „Die alte Dame“) – und wundere mich selbst ein bisschen, dass ich heute auch Fachliteratur freiwillig lese und ihr sogar einen gewissen Unterhaltungswert nicht abspreche.

 

E    wie Eselsohr

 

Ich neige dazu, statt ein Lesezeichens zu verwenden einen Knick in die Seite zu machen und wurde dafür schon heftig kritisiert. Bei Leihbüchern ist das allerdings sicher wirklich nicht die „feine Art“ – ich rate also allen Bibliotheksnutzern davon ab, diesem Beispiel zu folgen!

 

S    wie Schmökern

 

Kennt eigentlich heute noch ein „Nachwuchsleser“ dieses Wort? Ich erinnere mich an die zwischen 1973 und 1983 in der ARD ausgestrahlte Serie „Lemmi und die Schmöker“. Lemmi, ein alter Bücherwurm, lebte in einer Bücherei. Hauptfiguren aus Kinder- und Jugendbüchern fielen als Minimenschen aus Büchern und wollten wieder zurück in ihre Geschichte. Dazu kamen magische Tücher zum Einsatz, die in einer legendären Einschienenbahn wie Rohrpost transportiert wurden. Auf diesen Tüchern wurden verfilmte Szenen aus den vorgestellten Büchern gezeigt.

 

Die Wirkung war enorm – die Sendung machte die Zuschauer auf unterhaltsame Weise neugierig aufs Lesen. Ich kenne keine vergleichbare Sendung für Kinder und Jugendliche – und ich glaube, auch heute könnte man damit viel erreichen.

 

E    wie Entspannung

 

Bücher sind für mich ein wichtiger Ausgleich zu meinen täglichen Verpflichtungen. Ich kann in einem Buch förmlich versinken, in die Geschichte abtauchen und so alles andere vergessen. Ich halte Lesen für eine der ältesten und effektivsten Entspannungstechniken. Wenn ich längere Zeit nicht zum Lesen komme, äußert sich das in regelrechten Entzugserscheinungen!

 

N    wie Nervennahrung

 

Ganz wichtig! Ich lese unglaublich gern extrem spannende Krimis und Thriller. Ohne ein gerüttelt Maß an Nervennahrung ist das schier nicht auszuhalten!!!

 

 

Nun bleibt mir nur noch eines zu wünschen: Viel Spaß beim Schmökern!!!

 

Hubertus Rau, Vorsitzender des Fördervereins

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