Am 25.02.2026 war Khalida Popal zu Gast bei zwei vom Literaturlabor des Gymnasiums Bad Iburg organisierten Lesungen.
Die ehemalige afghanische Fußballnationalspielerin und heutige Menschenrechtsaktivistin las aus ihrer Autobiographie „Meine wundervollen Schwestern“ und gewährte im anschließenden Gespräch eindrucksvolle Einblicke in ihr Leben und hielt ein Plädoyer für Gleichberechtigung und Gemeinschaft.
Khalida Popal wurde 1987 in Kabul, Afghanistan, geboren. Sie entdeckte schon früh den Fußball als ihre große Leidenschaft und als einen Weg, Freiheit zu erleben. Sie schaffte es, gegen alle Widerstände, eine afghanische Frauen-Nationalmannschaft zu gründen und wurde deren Kapitänin. Doch ihr Einsatz für Frauenrechte brachte sie in Lebensgefahr. Nach einem versuchten Mordanschlag floh sie nach Dänemark, wo sie bis heute lebt und ihren Aktivismus fortsetzt. Dort gründete sie unter anderem den Verein „Girl Power“ für geflüchtete Frauen und Mädchen und setzt sich öffentlich mit Nachdruck für deren Rechte ein. In ihrem Buch verbindet sie ihre persönliche Geschichte mit ihrem politischen Engagement.
Die erste, vom Literaturlabor organisierte Lesung fand am Vormittag für den 12. Jahrgang des Gymnasiums in der Mensa statt. Über 100 Schülerinnen und Schüler hörten aufmerksam zu, als das Moderationsteam, bestehend aus Maja Werner (Jg.11) und Mathilda Cummins (Jg. 12), souverän durch die Veranstaltung führte und Khalida Popal zu ihrem Buch und ihrem Lebensweg befragte. Besonders bemerkenswert: Die gesamte Lesung wurde auf Englisch durchgeführt. Mit viel Energie und Offenheit beantwortete Khalida Popal alle Fragen und erreichte das junge Publikum direkt. Unterstützt wurde die Veranstaltung vom Technikteam des GBIs.
Am Abend folgte eine zweite, öffentliche Lesung. Veranstaltungsort war dieses Mal die ConCello Halle des Vereins Bühnenersatzverkehr (BEV) in Bad Laer. Khalida Popal war auf Einladung des BEV gekommen; damit war dieser Abend zugleich die erste gelungene Kooperation zwischen Bühnenersatzverkehr und Literaturlabor. Eröffnet wurde die Lesung mit einer kurzen Szene aus dem thematisch passenden Musical „Gamechanger. Der Ball gehört uns“. Anschließend übernahmen erneut Mathilda Cummins und Maja Werner die Moderation und führten durch einen ebenso bewegenden wie lebendigen Abend.
Das Publikum war sichtlich berührt, musste zwischendurch aber auch schmunzeln – etwa als Khalida Popal erzählte, wie überwältigt sie und ihr Team beim ersten Spiel in einem großen Stadion gewesen seien, nachdem sie zuvor nur auf einem halben Tennisfeld trainiert hatten. Solche Anekdoten lockerten die bewegenden Themen auf, ohne ihnen die Ernsthaftigkeit zu nehmen. Am Ende gab es langen Applaus und viele Zuschauerinnen und Zuschauer nutzten die Gelegenheit, am Büchertisch von Bücher Beckwermert ein Exemplar von „Meine wundervollen Schwestern“ zu kaufen und direkt von der Autorin signieren zu lassen.
Das Literaturlabor unter der Leitung von Frau Doerr, Frau Rezlaw und Herrn Janßen bedankt sich für die gelungene Zusammenarbeit mit dem Bühnenersatzverkehr und bei den Sponsoren Zurborn, Otte, Middelberg sowie der Bohnenkamp-Stiftung. Ein besonderer Dank gilt natürlich Khalida Popal, die mit ihrer Geschichte Mut gemacht und zum Nachdenken angeregt hat.
Schon jetzt freut sich das Literaturlabor auf viele weitere Lesungen und inspirierende Abende in der Zukunft.
ein Artikel von Henneke Fels (Jg. 13)
Fotos von Maris Bollmann (BEV) und Annelie Hörnschemeyer (GBI)

IServ
Moodle








