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The American South gemeint ist der alte Süden der USA häufig auch Dixieland genannt. So heißt ein Schwerpunktthema für die Abiturentia 2010 und so bemühte sich die Fachschaft Englisch am Gymnasium Bad Iburg um einen kompetenten Vortragsredner. Gefunden wurde er mit Hilfe der amerikanischen Botschaft Berlin und dem amerikanischen Konsulat Hamburg in der Gestalt eines jungen Fulbright Stipendiaten namens Jonathan Justice, der zurzeit im Raum Osnabrück arbeitet. Der Vortrag lief am Mittwoch, dem 6 Mai im Lesesaal des dr Bibliothek. Justice machte von Anfang an klar, dass er, gebürtig und aufgewachsen in Ohio, eine Nordstaatlersicht auf den Süden hat. Als noch recht junger Mann verstand es Justice seine Zuhörer, die mehr oder minder seiner Generation angehören mit einer gelungenen Powerpoint-Präsentation anzusprechen, was man wörtlich nehmen darf und so konnte man schon eher von einem Dialog als von einem Vortrag reden. Die Verkehrssprache wie sollte es anders sein war natürlich Englisch. Justice ging zunächst von einer Definition des Raumes aus und erarbeitete mit den Schülerinnen und Schülern gemeinsam die Kriterien Sprache, Kultur, Einstellung und Speisekarte. Neben einigen Kostproben von Southern Twang, der langgezogenen und langsamen Sprechweise der Menschen in Kentucky oder Alabama und einigen Südstaatengerichten, die leider nur auf der Mattscheibe erschienen, ging Justice auch auf typische Vorurteile der Nordstaatler gegenüber ihren Landsleuten aus dem Süden ein und zeigte, dass diese Vorurteile von Europäern häufig auf alle Amerikaner übertragen werden: Der Südstaatler als rückständig-rassistische übergewichtige Dumpfbacke. Mit zu diesem Vorurteil, so Justice, trage auch die langsame Sprechweise der Südstaatler bei. Vorurteile, so führte er weiter aus, haben einen wahren Kern aber halten sich lange nachdem die Geschichte diesen wahren Kern obsolet gemacht hat. So verzeichnet der alte Süden heute einen wirtschaftlichen Aufschwung und auch einen Zugzug schwarzer Amerikaner aus den Nordstaaten, was einer Rückwanderung gleich kommt. Allerdings zeigt sich die konservative Grundhaltung der Südstaatler noch im Wahlverhalten: Die Republikaner haben im Süden ihre Hochburgen. Auf die Geschichte der Sklaverei und den Bürgerkrieg ging Justice ebenfalls kurz ein. Besondere Bedeutung kam der cotton gin von Ely Whitney zu, einer Maschine die die Baumwollsamen von der Baumwolle trennt und deren Erfindung dem Baumwollanbau und damit der Sklaverei einen neuen Aufschwung bescherte. Justice zeigte ein Foto dieser Maschine und bevor er ihre Funktion erklärte, frage er seine junge Zuhörerschaft nach dem Zweck des dargestellten Gegenstands. Gelächter gab es, als ein Zuhörer das Gerät als Musikinstrument erkannte. Zum Schluss kam Justice auf sein Fulbright Stipendium zu sprechen. Dieses Stipendium, benannt nach einem ehemaligen Senator, wird an amerikanische, aber auch an ausländische Stipendiaten verliehen. Auskünfte zum Fulbright Stipendium, so wie zu allen anderen Stipendium erteilt der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), der an jeder deutschen Hochschule ein Büro unterhält. Jonathan Justice riet allen seinen jungen Zuhörern, ein Stipendium an zu streben. Bevor der Abend vorbei war kam es noch zu einer Anprobe. Nach einigen Worten des Dankes zeigte der Fachobmann Dr. Woll dem Referenten einige T-shirts mit Schul-Logo und nahm Maß. Irgendwann also wird in den USA ein lindgrünes T-Shirt der Europaschule Gymnasium Bad Iburg in Ohio zu sehen sein.

 - Dr. Telang zusammen mit Dr. Woll
Am Abend des 4. November hatte das Gymnasium Bad Iburg Besuch von der Botschaft der Republik Indien aus Berlin. Auf Einladung der Fachschaft Englisch fand sich Dr. Ahmit Telang, Kulturattaché der Botschaft, im Lesesaal des Gymnasiums ein um vor etwa einhundert interessierten Gästen sein Heimatland vorzustellen. Hintergrund ist das anstehende Zentralabitur im Fach Englisch, das 2009 auch das Schwerpunktthema Indien hat. Dr. Telang, gebürtig aus Mumbay (vormals Bombay), erwies sich als ein noch recht junger Mann, der es bald verstand, die gleichfalls jungen Zuhörer zu erreichen. Vortragssprache war, wie soll es anders sein, Englisch. Indien, das eher ein Erdteil als ein Land ist, hat 1028 Millionen Einwohner und über 300 verschiedene Sprachen, so dass man nach erkämpfter Unabhängigkeit die Sprache der Kolonialherren als lingua franca beibehielt. Somit ist Indien das größte anglophone Land der Erde. Großen Wert legte der Referent auch auf die Darstellung der Erfolge seines Landes in der Bekämpfung von Hunger, Armut und Analphabetismus und ein Kurzfilm belegte auch die beachtliche wirtschaftlichen Fortschritte des Landes. Als Dr. Telang auf die Kontakte Indiens zu Deutschland zu sprechen kam, erklärte er, dass diese nicht nur im wirtschaftlichen Bereich angesiedelt sind, sondern auch auf eine lange kulturelle Tradition zurückblicken können. So ist Indien der einzige Staat der Erde, in dem nicht etwas das Goethe Institut deutsche Kultur vermittelt, sondern das Max Müller Institut, das nach einem frühen deutschen Indologen des 18. Jahrhunderts benannt ist. Zum Schluss der Ausführungen hatte das Publikum, zu dem übrigens nicht nur Iburger Schülerinnen und Schüler gehörten, die Möglichkeit, Fragen an den Referenten zu richten. Diese Chance wurde weidlich und in sauberem Englisch ausgenützt. Fragen zielten vor allem auf die Kastenfrage, Familienplanung, das Verhältnis zu den Nachbarstaaten Pakistan und China und religiöse und ethnische Streitigkeiten im Lande. Dr. Telang erwies sich als ein geduldiger und kompetenter Referent, der keine Antwort schuldig blieb. Als kleinen Dank überreichte der Fachobmann des Faches Englisch, Dr. Woll dem indischen Gast zum Abschied einen Zierteller mit Iburger Motiv, den, wie er sich ausdrückte, unvermeidlichen Jahresbericht und schließlich einige süße Leckereien aus der Region, die, so Dr. Telang, besonders bei seinem kleinen Söhnchen gut ankommen würden. Im Gegenzug schenkte der indische Gast dem Gymnasium Bad Iburg zwei infomative Bände für die Bibliothek, die der Schulleiter Dr. Pöling gerne entgegennahm und versprach, der Schule regelmäßig Zeitschriften zum Thema Indien zu schicken.

Für alle Schülerinnen und Schüler des Jahrganges 12 findet am 17.04.2008 von 9.30- 11.00 Uhr ein englischsprachiger Vortrag von Dr. Dennis Goldberg zum Thema "Südafrika - Befreiung vom Apartheidsregime" statt.


„Apartheid in Südafrika noch immer ein Thema“
„Als ich jung war, war das Wort „Schwarz“ ein Schimpfwort, jetzt ist es ein Wort, das Respekt bedeutet.“ So beginnt Denis Goldberg (geb.1933 in Südafrika) seinen Vortrag über die Apartheid in Südafrika. Dass die Diskriminierung der schwarzen Bevölkerung vor nun 14 Jahren ein Ende nahm, verdankt Südafrika Männern wie Nelson Mandela und Denis Goldberg.
„Südafrika ist ein demokratischer Staat, jeder Erwachsene kann wählen.“ So las es D. Goldberg damals als zehnjähriger Schüler. Er wusste:„Das ist nicht wahr, nur die Weißen haben Wahlrecht.“ Damit erkannte er bereits das Kernproblem der schwarzen Bevölkerung: „Nur wenn man politische Rechte hat, kann man seine Situation verbessern.“ Der Traum des jungen Goldberg war es, für die Menschen Straßen, Wasserleitungen und Brücken zu bauen. Er wurde Diplom-Bauingenieur, doch er bemerkte schnell, dass kein Schwarzer von seiner Arbeit profitieren würde. Da wusste er, dass er etwas bewegen musste und trat dem African National Congress bei. Dieses Engagement war für einen Weißen sehr ungewöhnlich. Die Mitglieder der Widerstandsgruppe schrieben Briefe an die Regierung, veranlassten Proteste und Streiks. 1956 beschlossen sie, ein Freiheits-Manifest zu schreiben, in dem die Freiheitswünsche aller Schwarzen festgehalten wurden. Am Anfang dieses Manifestes steht geschrieben:„Wir erklären hiermit für Südafrika und die Welt, dass Südafrika allen gehört, den Schwarzen, wie den Weißen“ Es ging ihnen um die Aufhebung der Vorherrschaft einer Rasse. Als symbolischen Akt ihrer Gleichberechtigung, verbrannten 1961 viele Schwarze ihre Pässe. Nur sie waren gezwungen, diese bei sich zu tragen. Die Folge dieses symbolischen Aktes war, dass 200 Demonstranten von Polizisten verwundet wurden und 69 durch Schüsse in den Rücken starben. Die Regierung sprach von Notwehr der Polizisten. D. Goldberg wurde wie viele andere verhaftet. Es gab keine Anklage, keine Verhandlung, keine Chance zur Verteidigung. In den vier Monaten Haft wurde D. Goldberg und seinen Mitstreitern klar, sie würden diese Zeit überstehen und nichts würde sie in Zukunft abschrecken können, weiter zu kämpfen. Sie kämpften weiter, blieben aber erfolglos, bis N. Mandela feststellte, dass sie einen bewaffneten Widerstand führen müssten, um ihr Ziel zu erreichen. Zu den Waffen greifen zu müssen, war eine schwere Entscheidung für D. Goldberg. Der Widerstand brauchte Techniker, wie ihn, doch D. Goldberg wusste, Menschen würden sterben, weiße wie schwarze, auch Unschuldige, sogar Kinder. Dennoch entschied er sich für den bewaffneten Widerstand. Er sagt heute über sich und die anderen Kämpfer:„Wir waren schlechte Soldaten, weil wir nicht kämpfen wollten.“. Sie wollten keinen Krieg, sondern Verhandlungen, politische Rechte und neue Gesetze. Schließlich wird D. Goldberg zusammen mit N. Mandela verhaftet. Den Männern ist klar: Sie erwartet die Todesstrafe. Im Rivonia Prozess erklärte N. Mandela 1963, dass er und seine Mitstreiter bereit seien, für die Freiheit der schwarzen Bevölkerung zu sterben. D. Goldberg: „Als man uns sagte, die Strafe ist lebenslänglich, lachten wir. Denn es ist viel schöner, in Hoffnung zu leben!“ Nach 22 Jahren Haft erfüllt sich diese Hoffnung D. Goldbergs und vieler anderer Menschenrechtler. Seit 14 Jahren nun herrscht Gleichberechtigung in Südafrika. Rassismus ist gesetzlich verboten. Die Widerstandskämpfer haben den Sieg errungen, aber noch immer muss für die Rechte der schwarzen Bevölkerung gekämpft werden. D. Goldberg drückt es so aus: „Die Einstellung der Menschen kann man nicht durch Gesetze ändern.“. Chancengleichheit und Toleranz sind noch immer nicht überall in Südafrika gegeben. D. Goldberg engagiert sich heute noch im Alter von 75 Jahren in Organisationen, die versuchen die vielen sozialen Konflikte in Südafrika zu lösen. Viel wurde schon geschafft, aber viel muss noch getan werden, bis sich der Traum von Gleichberechtigung und Freiheit ganz erfüllt. Mit den Worten: „Dafür brauchen wir auch eure Hilfe!“ schließt D. Goldberg seinen packenden Vortrag.
Alicia Kern, Jg.12

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