Seit 15 Jahren pflegt das Gymnasium Bad Iburg eine intensive Schulpartnerschaft mit dem Algimantas Mackus Gymnasium in Pagegiai/Litauen. Zwanzig Schülerinnen und Schüler machten sich mit ihren beiden Begleitern Fritz Wellmann und Hans-Peter Schulze in diesem Sommer für zwei Wochen auf den Weg, um Land und Leute kennen zu lernen und neue Erfahrungen zu sammeln. Dazu gab es viele Möglichkeiten, erlebten doch alle Reiseteilnehmer die herzliche und offene Gastfreundschaft ihrer gastgebenden Austauschpartner. Allen Schülern vergingen die Tage in den Familien viel zu schnell, zumal die Gastgeber um Deutschlehrerin Loreta Skvirbiene ein vielseitiges Programm organisiert haben. Die Hafenstadt Klaipeda und das inzwischen wieder im alten Glanz erstrahlende Ostseebad Palanga waren ebenso ein Ziel wie ein Ausflug nach Nidden auf der Kurischen Nehrung und der Besuch des Thomas-Mann-Hauses. Obligatorisch war für die meisten Reiseteilnehmer ein erfrischendes Bad in der Ostsee.
Großes Staunen herrschte in der Bad Iburger Gruppe bei der Besichtigung der u.a. mit EU-Mitteln vollständig renovierten Partnerschule. Nicht ohne Stolz führte Schuldirektor Vaclovas Navickas seine Gäste durch die Schule, die jetzt über eine tolle Bibliothek und eine neue Turnhalle verfügt. Politisch wurde es für die jungen Deutschen bei der Besichtigung des Grenzkontrollpunktes in Bardeniai. Mittels eines Originalvideos über die Aktivitäten der Schmuggler an der Memel wurde allen bewusst, dass die litauische Grenze eine EU-Außengrenze ist, deren konsequente Kontrolle eine besonders verantwortungsvolle Aufgabe ist. Die Schüler konnten sich davon überzeugen, dass der litauischen Grenzpolizei für die Erfüllung dieser EU-Gemeinschaftsaufgabe die modernste Technik zur Verfügung steht.
Für die Besichtigung der Altstadt von Kaunas und einer sportlich anspruchsvollen Kanutour auf den Flüssen Ula und Merkys im landschaftlich reizvollem Nationalpark Dzukijos mussten sich die GBI-Schüler für einige Tage von „ihren“ litauischen Familien verabschieden. Für alle beeindruckend war der anschließende Besuch der pulsierenden Hauptstadt Litauens. Vilnius ist im nächsten Jahr auch die europäische Kulturhauptstadt. Zahlreiche Baustellen und umfangreiche Restaurationsarbeiten sind ein untrüglicher Vorbote dieses Ereignisses.
Litauens nationales Symbol, das Wasserschloss in Trakai war die letzte Station vor der lang ersehnten Rückkehr in die in Pagegiai wartenden Familien.
Nicht ohne Tränen verlief der Abschiedsabend, den die Familien auf den Dorfferienhof in Mociskiai organisiert hatten. Der Schulleiter überreichte Fritz Wellmann, dem Organisator des diesjährigen Austausches, anlässlich des 15jährigen Jubiläums der Schulpartnerschaft dem Gymnasium Bad Iburg ein ganz besonderes Kunstwerk, das speziell von einer Kunstlehrerin angefertigt worden ist. Das Werk zeigt in einem symbolisierten Auge jeweils eine Hälfte der miteinander verbundenen Schulgebäude beider Gymnasien.
Auf der litauischen Seite an der berühmten Königin-Luise-Brücke hieß es am nächsten Morgen endgültig Abschied nehmen. Zu Fuß gingen die Schüler über das Wahrzeichen
Tilsits auf die russische Seite. Die Rückreise der Bad Iburger Gymnasiasten ging über das russische Kaliningrad, dem früheren Königsberg. Eine Mitarbeiterin des dortigen Malteser Hilfsdienstes, die enge Verbindungen zu den Maltesern in Alfhausen pflegen, berichtete den Schülern nicht nur über ihre segensreiche Arbeit, sondern hatte für die Gruppe dankenswerter Weise eine ganz besondere Stadtführung vorbereitet.
Müde, etwas erschöpft mit einer Vielzahl positiver Eindrücke und mit der Gewissheit neue Freunde gefunden zu haben, konnten die Schülerinnen und Schüler nach einer 22-stündiger Rückfahrt auf dem Osnabrücker Bahnhof von ihren Eltern in Empfang genommen werden.
Bereits jetzt laufen die Planungen für den im nächsten Jahr geplanten Gegenbesuch der litauischen Partner.