Eine beeindruckende Zeitzeugin zu Gast im Gymnasium Bad Iburg
Schülerinnen und Schüler der Klassen 8L3, 9k1, 10L2 sowie eines Geschichte Leistungskurses des 12. Jahrgangs hatten am Mittwoch, den 29. Oktober 2008, die seltene Gelegenheit, den Vortrag einer Überlebenden des Holocausts zu hören.
Hella Wertheim, geborene Sass, stammt aus dem ostpreußischen Insterburg. Am 20. August 1942 muss sie zusammen mit ihren Eltern zu einer schrecklichen Reise durch die Lager der Nationalsozialisten aufbrechen, und das nur, weil sie jüdischen Glaubens sind. Von der Sammelstelle in Tilsit geht es zuerst nach Theresienstadt, wo Herr Sass, Hellas Vater, an den Entbehrungen stirbt. Hella wird im Oktober 1944 zusammen mit ihrer Mutter in das KZ Auschwitz deportiert. Dort erlebt die sechszehnjährige Hella wie ihre Mutter unmittelbar nach der Ankunft von dem grausamen Mengele in die Gaskammer geschickt wird. Hella Sass überlebt Auschwitz zusammen mit einer holländischen Freundin und kommt über die Schweiz, Frankreich und die Niederlande eher zufällig nach Gildehaus. Dort lernt sie ihren späteren Ehemann Heinz Wertheim kennen, der wie sie jüdischen Glaubens ist und die KZs in Riga und Stutthof überlebt hat.
„Auschwitz einen Sinn zu geben, erscheint mir nicht möglich. Aber wenigstens müssen wir die Erinnerung daran wach halten und wachsam sein in der Gegenwart und in der Zukunft. Dann wären die Millionen Opfer immer noch sinnlos ermordet worden, aber ihr unsinniger Tod hätte dann etwas Positives bewirken können.“ (aus: Hella Wertheim, Immer alles geduldig getragen. Als Mädchen in Theresienstadt, Auschwitz und Lenzing).
Ihr Vortrag hat dieses Ziel gewiss erreicht, dies belegten die Reaktionen und Fragen der Schüler unmittelbar nach ihren Ausführungen sowie die Äußerungen der Schüler einige Tage später im Unterricht. Das Engagement der über achtzigjährigen sympathischen Frau Wertheim, die solche Vorträge unentgeltlich hält, ist sehr beeindruckend und kann nicht hoch genug wertgeschätzt werden.
Moe