Seit vielen Jahren wird am 1. September des Beginns des Zweiten Weltkriegs gedacht, den die deutsche Wehrmacht mit dem Überfall auf Polen am 1. September 1939 eröffnet hat.
Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wird dieses Datum als Antikriegstag begangen. Gewerkschaften und Friedensgruppen organisieren Kundgebungen, Mahnwachen und andere Gedenkveranstaltungen und machen dabei auch auf aktuelle friedens- und gesellschaftspolitische Probleme aufmerksam. Im Mittelpunkt steht die Mahnung, dass von deutschem Boden nie wieder Krieg ausgehen darf.
Vielerorts werden heute die Aktionen zum Antikriegstag gemeinsam von Gewerkschaften und örtlichen Friedensgruppen oder -bündnissen vorbereitet und getragen. So rief auch die Osnabrücker Erich-Maria-Remarque-Gesellschaft zusammen mit dem DGB Schüler, Azubis und Studenten auf, sich mit Kreativität und Ideenreichtum aktiv an der Gestaltung dieses Friedenstages zu beteiligen.
Laura Sandjohann aus der 9k1 beteiligte sich aus eigener Initiative heraus an der Gestaltung dieses Friedenstages und stellte die Ergebnisse eines Projektes vor, das während der Projektwoche im Schuljahr 2006/2007 unter der Anleitung von Frau StR’ Steven-Baumann und der Zeitzeugin Frau Semnet durchgeführt wurde.
Bericht von Laura Sandjohann
Der 1. Antikriegstag in Osnabrück
Am 1.09.08 fand der Antikriegstag auf dem Domplatz in Osnabrück statt, initiiert von der Osnabrücker Erich Maria Remarque Gesellschaft.
Im Vordergrund standen Schüler und ihre Schulen mit verschiedenen Projekten. Zum Beispiel wurden selbst gemachte Friedensbutton verkauft, Streitschlichterprojekte vorgestellt und Handabdrücke als Zeichen einer Gemeinschaft genommen. Das Rahmenprogramm wurde musikalisch, literarisch und schauspielerisch gestaltet.
Wir, das GBI, waren als einzige Schule des Landkreises vertreten mit einer Ausstellung zum Thema „Nationalsozialismus’’. Die Arbeiten hierzu entstanden während der Projektwoche im vergangenen Jahr unter der Leitung von Frau Steven-Baummann. Dieses Projekt wurde unterstützt von der Zeitzeugin Marianne Semnet, die heute in Osnabrück Besichtigungen des Gestapokellers ermöglicht. Die damaligen Projekttage waren für alle Teilnehmer sehr bewegend und regten zu Diskussionen und zum Nachdenken über das Vergangene an. Aufgrund der intensiven Schilderung Frau Semnets entstanden die Arbeiten, die hier in Osnabrück gezeigt wurden. Zum Beispiel das Poster zum Leben Anne Franks, Standorte und Aufbau der Konzentrationslager, zur Hitlerjugend und deren Erkennungszeichen. Besondere Beachtung während des Antikriegstages fand das Poster zum Interview mit Marianne Semnet, da es versucht, Antworten auf offene Fragen zu finden. Zum Beispiel wurde die Persönlichkeit Hitlers hinterfragt und die Hintergründe, warum eine so schlimme Verfolgung bestimmter Menschengruppen solange verheimlicht werden konnte. Dies sind Fragen, die uns Menschen auch heute noch beschäftigen und auf die es gilt, mit Hilfe von Zeitzeugen Antworten zu finden. Denn das Verhindern neuer Gewalt und Kriege war auch Anspruch des Antikriegstages. Für alle Mitwirkenden und Zuschauer war insbesondere beeindruckend, wie viele Jugendliche sich an diesem Tag für dieses Thema einsetzten.