Europa? Europa!
Das Gymnasium Bad Iburg ist Europaschule. Eine schöne Feststellung, ein toller Titel. Europa ist wichtig, wir sind alle Europäer. Andererseits, ist Deutschland nicht Europamüde? Ist die europäische Verfassung nicht gerade erst gescheitert? Machen uns EU-Bürokratie und Euro nicht das Leben schwer?
Um die Europa-Idee auch an unserer Schule mit Leben zu füllen, beteiligt sich das GBI seit dem Schuljahr 2006/07 am Comenius-Programm der Europäischen Union. Gemeinsam mit Partnern in ganz Europa machen sich die beteiligten Schüler unserer Schule auf, das Europa der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft genauer zu ergründen. Dass dies eine abenteuerliche Reise ist, davon soll noch berichtet werden...
Was ist Comenius eigentlich?
Nun, der Grundgedanke ist, dass ein gegenseitiges Kennenlernen und ein Austausch über Grenzen und rein bilaterale Programme hinaus bereits während der Schulzeit möglich ist. Um diese Ziele zu erreichen, finanziert die Europäische Union eine Vielzahl unterschiedlicher Projekte, die Schülern helfen, andere Europäer zu treffen und durch den Austausch mit den Anderen die eigene Identität als Deutsche, Dänen oder Italiener zu erkennen, aber auch die gemeinsame europäische Identität zu begreifen.
Natürlich wäre es nicht Europa, wenn nicht etwas Bürokratie dabei wäre. Deshalb die nächste Frage: Wie kommt das GBI zu Comenius und was tut es da? Zunächst entwickelte Frau Lischewski den Gedanken, gemeinsam mit anderen Schulen am Projekt teilzunehmen. Ein erstes Treffen der Interessenten in Italien sorgte für ein Konzept, welches bei den nationalen Comenius-Agenturen eingereicht werden musste. Nach gründlicher Prüfung wurden drei Schulen zugelassen, die sich fortan mit dem Projekt „European contacts in the past, present and future“ beschäftigen. Neben dem GBI stehen hierbei in Italien das Istituto d’Istruzione superiore Giovanni Malafarina sowie das dänische Bjerringbro Gymnasium. Die zunächst abgelehnten Teilnehmer aus Spanien, Rumänien und der Türkei partizipieren im Rahmen ihrer Möglichkeiten weiter am Projekt, um eventuell im folgenden Jahr akzeptiert zu werden.
Die Anerkennung bedeutet für die betroffenen Schulen eine finanzielle Unterstützung durch die EU, die es ermöglicht, Geräte, Materialien und Austauschfahrten zu finanzieren. All dies wird natürlich streng geprüft, es ist ja schließlich Europa.
Was hat all das mit Schülern zu tun?
Wenn nun die Frage aufkommt, was all das mit Schülern zu tun hat, dann ist diese durchaus berechtigt. Das Anliegen ist ja, den Schülerinnen und Schülern ein Kennenlernen zu ermöglichen. In jedem Projektjahr werden Schüler aus den Jahrgängen 10 bis 13 in Kontakt mit ihren europäischen Partnern treten, bei dem sie durch den Austausch von Emails, dem Verschicken persönlicher Päckchen und dem damit verbundenen Erkennen nationaler, aber auch europäischer Eigenarten und Gemeinsamkeiten, ein alltägliches, und damit realistisches Bild vom Anderen entwickeln. In den letzten beiden Schuljahren nahmen jeweils über 20 Schülerinnen und Schüler unserer Schule am Projekt teil, sie arbeiteten in Gruppen zusammen, und haben ihre Erkenntnisse sowohl für den Unterricht nutzen können als auch in einer Präsentation ihre Ergebnisse vorgestellt.
Was haben die Schülerinnen und Schüler davon?
Ganz einfach: Neben dem Wissens- und Verständnisgewinn winkt als Preis die Teilnahme am Austausch der Sieger. Jede der akzeptierten Schulen kürt die besten Präsentationen und die Besten werden als Belohnung für ihre Arbeit im Frühjahr zum Treffen der Sieger an eine der beteiligten Schulen geschickt. Am GBI bewertet eine Jury aus Schülern, Eltern und Lehrern die Präsentationen , die Sieger erwartet dann eine Woche mit neuen Freunden und interessanten Begegnungen auch außerhalb der Schule.
Wenn am Ende durch dieses Projekt ein gegenseitiges Verständnis entsteht, wenn sich Freundschaften über die Projektarbeit hinaus entwickeln, wenn der Begriff Europaschule auch für die Schülerinnen und Schüler mehr als nur ein leeres Wort ist, dann haben diese Schüler, und damit unsere gesamte Schule, ein Zeichen gesetzt.