Ja, liebe Freunde des guten Buches,
vor etwa 18 Monaten ahnten wir noch nicht, dass
das Schwerste an einer Idee nicht ist, sie zu haben,
sondernsie umzusetzen.
Der aktive Teil der Eltern überlegte, was sie dazu
beitragen könnten, um diese Schule zu einem
besseren Ort zu machen.
Was glauben Sie, brauchten wir, um eine in
die Jahre gekommene Bibliothek zu einem neuen
Outfit zu verhelfen?
Richtig, als allererstes benötigten wir Visionäre.
Menschen mit Ideen und ein wenig Weitblick.
Menschen die bei Gegenwind nicht lockerlassen, wenn sie der Ehrgeiz erst einmal gepackt hat. Menschen, die man rechtzeitig wieder einfangen muss, bevor sie jeden Raum
dieser Schule umgestaltet hätten.
Aber - wo - findet - man - solche - Exponate?
Sie werden sagen:
80 Lehrer mit Abitur, 1100 Schüler die eines machen wollen und 2200 Eltern
mit vielleicht abgeschlossenem Studium.
Wo ist das Problem ?
Und sie haben natürlich Recht.
Diese Übermenschen waren unter uns.
Sie warteten nur darauf in`s Rampenlicht gerufen zu werden, damit man ihnen zujubeln möge.
Gleichwohl gaben sie sich nicht leicht zu erkennen.
Okay, der erste grundlegende Schritt war getan.
Visionäre betraten die Bühne.
Jetzt brauchten wir -
Geld.
Wieder werden sie sagen:
80 Lehrer mit Abitur, 1100 Schüler die eines machen wollen und 2200 Eltern
mit vielleicht abgeschlossenem Studium.
Wo ist das Problem ?
Und sie vermuten es schon. Jetzt war es ein Problem.
Für die Bildung ihrer Zöglinge ist den Eltern nichts zu teuer.
Wenn da nicht die Lebenshaltungskosten, der Urlaub, das Auto,
die Restaurantbesuche, die Zigaretten und die Handyrechnung wären.
Da wird es für den Nachwuchs schon `mal eng.
Und doch keimte Hoffnung auf.
Die Visionäre brachten den Begriff Sponsoring in`s Spiel.
„ Sponsoring - " Wir waren gerettet.
Nun konnten wir uns auf die Suche nach Praktikern machen,
die das eingesammelte Geld endlich ausgeben sollten.
Nach unendlichen Arbeitskreissitzungen, am Ende der Kondition angelangt,
schwer atmend und doch zitternd vor Freude,
stand dem harten Kern der Bibliothekskommission noch eine letzte schwere
Prüfung bevor.
Niemand wagte es, die alles entscheidende und doch unausweichliche Frage
zu stellen:
Gibt es unter 80 Lehrern mit Abitur, 1100 Schülern die eines machen wollen
und 2200 Eltern mit vielleicht abgeschlossenem Studium Praktiker ?
Praktiker !!! Wo ist das Problem ? , sagten wir uns.
Unsere Stunde war gekommen.
Die jetzt noch anstehenden Arbeiten machten wir halt selbst.
Macher wie wir, beruflich engagiert und mit knapper Freizeit gesegnet,
dem Ehrenamt in`s Auge sehend, verlegten Teppichboden am Wochenende
mit Familien- und Hausmeisterhilfe und malerten im romantischen Schein
einer Taschenlampe, wenn es sein musste, sogar nachts.
Ich komme nun zu der wichtigsten Gruppe.
Die Gruppe der Kritiker, Miesmacher und Diskutierer.
Allerdings, auch sie werden gebraucht.
Allein ihre Anwesenheit verleiht Visionären, Sponsoren und Praktikern
die Kraft und Energie, die benötigt wird, um ein Vorhaben dieser Größenordnung auf privater Ebene zum Erfolg zu verhelfen.
Liebe Gäste,
Wir sind mächtig stolz auf das, was wir geschaffen haben und danken allen,
die an dieser großartigen Idee mitgeholfen haben.
Aktivität produziert Fehler, aber - nicht - so grosse wie Passivität.
Denn wir sind nicht am Ziel, sondern am Start.
In diesem Sinne wäre Nachahmung für uns das schönste Kompliment.
Wir freuen uns schon -auf das nächste Projekt.
Danke für`s Zuhören.
Norbert Hagemeier